Aufgrund der durch die Länderspielpause begründeten Zäsur in der Bundesliga bietet sich für die Klubs die Gelegenheit, Zwischenbilanz für die Saison 2015/16 zu ziehen. Was den 1. FC Köln anbelangt, werden die Wenigsten etwas an der bisherigen Ausbeute zu bemängeln haben. Der Domstadtklub hat mit 14 Punkten aus acht Partien einen exzellenten Auftakt hingelegt, wird insbesondere in taktischer Hinsicht vielfach gelobt.
Einen entscheidenden Part bei den Rheinländern nahm zuletzt Yannick Gerhardt ein, der beim Sieg auf Schalke (3:0) zum zweiten Mal nacheinander in der Startelf stand und eine Reihe starker Darbietungen fortsetzen konnte. Der 21-Jährige überzeugte gegen die Knappen als Sechser mit spielerischer Klasse, setzte dem persönlichen Aufwärtstrend außerdem mit dem ersten Saisontor zum zwischenzeitlichen 2:0 das Sahnehäubchen auf.
Yannick Gerhardt | Saisonbilanz 2015/16
Das Lob von Trainer Peter Stöger ließ in der Folge nicht lange auf sich warten. Gleichzeitig stellte der Österreicher die Forderung nach beständigem Auftreten, das seiner Meinung nach vor diesem Hintergrund die Spreu vom Weizen trennt. Es sei die Konstanz, die den großen Schritt "vom sehr, sehr talentierten zum Klassespieler" ausmache, so Stöger laut "kicker". Zwar sei es "das Schwierigste, das konsequent auf einem so hohen Level abzurufen", gestand der Coach ein, aber "dann wird Yannick auch schwer aufzuhalten sein".
Eine vielversprechende Prognose für Gerhardt, der angesichts der jüngsten Leistungen berechtigte Hoffnung hegen darf, weiterhin zur Anfangsformation der Geißböcke zu zählen. Aber der Konkurrenzkampf im defensiven Mittelfeld ist im Moment nicht zu unterschätzen.
Zum einen wäre da Routinier und Kapitän Matthias Lehmann, der in der laufenden Saison noch nicht gänzlich zu überzeugen wusste, gleichwohl als rechte Hand des Trainers gilt. Zum anderen befindet sich Kevin Vogt derzeit ebenfalls in guter Form, hatte etwa als Einwechselspieler in Gelsenkirchen Anteil an zwei Toren. Gerhardt nimmt es indes relativ gelassen und zieht das Positive aus der Situation: "Für mich persönlich ist das auch gut, weil ich mich da nie ausruhen kann."
Defensiv stark und nun auch abschlussfreudig
Das Potenzial des U21-Nationalspielers ist in der Vergangenheit auch der Konkurrenz nicht verborgen geblieben, rief im Frühjahr 2014 beispielsweise Benfica Lissabon auf den Plan. Aktuell seien die Portugiesen hingegen kein Thema, wie Gerhardts Berater Stephan Engels dem "kicker" verriet: "Köln ist für ihn perfekt. Hier hat er die Möglichkeit, sich in der Bundesliga zu beweisen", so der Ex-Nationalspieler. Vor zwei Tagen berichtete die "BILD"-Zeitung, dass der portugiesische Klub den Kölner unter Beobachtung hat.
Engels ließ es sich andererseits aber nicht nehmen, für den Fall der Fälle vorsorglich schon ein wenig die Werbetrommel für seinen Schützling zu rühren: "Spieler, die defensiv stark und torgefährlich sind, gibt es nicht oft. Wenn er Konstanz reinbekommt, ist Yannick sehr interessant – nicht nur für deutsche Klubs."






