Nach dem einzementierten Gewinn der deutschen Meisterschaft galt es beim FC Bayern München im Grunde umgehend, den Fokus auf die Champions League zu legen.
Um den Traum vom erneuten Titel in der Königsklasse weiter nachgehen zu können, musste am Mittwochabend im Viertelfinalrückspiel gegen den FC Sevilla vor eigenem Publikum eine 2:1-Führung veredelt werden, die sich die Süddeutschen vor Wochenfrist bei den Spaniern erspielten.
Bayern-Trainer Jupp Heynckes stellte alles in allem wie erwartet um. Mats Hummels, Javi Martinez, Thomas Müller, Franck Ribéry und Robert Lewandowski rückten im Vergleich zum 4:1 beim FC Augsburg in die Startformationen.
Weichen mussten Niklas Süle, Sebastian Rudy, Corentin Tolisso, Juan Bernat und Sandro Wagner. Sie fanden sich allesamt auf der Ersatzbank wieder.
Aufstellung Bayern München
Ungeachtet des Vorsprungs aus dem Hinspiel hatten die Hausherren gleich in der Anfangsphase mehrere Torannäherungen durch James (4. Minute), Robben (6.), Lewandowski (7.) oder Kimmich (14.).
Der spanische Erstligist hatte vor allem in der zweiten Minute Glück, als Lewandowski nach Müllers Steilpass von Mercado zu Fall gebracht wurde. Die Aktion war nah an einer Notbremse, Schiedsrichter William Collum zeigte dem Argentinier jedoch nur Gelb.
Die erste gefährlichere Situation in Richtung FCB-Keeper Ulreich hatte Sevilla nach etwas mehr als zehn Minuten, Sarabia (12.) verzog aus rund 15 Metern halbrechter Position aber deutlich. Von da an gestaltete sich die Partie etwas ausgeglichener.
Im letzten Drittel von Durchgang eins erhöhte Bayern noch mal das Tempo. Nach einem abgewehrten Eckball der Münchner lauerte Hummels (34.) rechts auf der Robben-Position und zog in Robben-Manier nach innen – sein Abschluss ging knapp am linken Giebel vorbei.
Es folgte die dickste Chance, als Robben beim Konter den Ball nach lins herüberlegte zu Ribéry, der ins Zentrum ziehend noch einen Gegner per Körpertäuschung aussteigen ließ und aus 14 Metern abzog. Zu mittig, um Torhüter Soria zu überwinden.
Weiterhin agierte die Heynckes-Elf überfallartig. Der Treffer vor der Pause hätte aber auch gut auf der anderen Seite fallen können, weil Martinez im Spielaufbau nachlässig die Kugel verlor. Vazquez' Versuch im Strafraum (45.+1) konnte Rafinha gerade noch abblocken.
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In Durchgang zwei ließ sich Bayern wieder nicht lange bitten. Diesmal mit gutem Kombinationsspiel, das am Ende zu einer Rafinha-Flanke über links führte. Lewandowskis Kopfballaufsetzer (48.) ging ans Außennetz.
Einige Momente nach einem gefährlichen Konter der Spanier, bei dem letztlich erneut Rafinha der Retter in höchster Not war, hatte das Heynckes-Team den Kontrahenten an dessen Sechzehner umzingelt. Kimmich bediente den an der Strafraumgrenze lauernden Müller, der direkt abzog. Auch sein Schuss ging genau auf Soria.
Nach fast einer Stunde waren die Ballbesitzanteile ausgeglichen, mehr Torgefahr strahlte allerdings München aus, obwohl es eigentlich Sevilla war, das hier noch zwei Treffer benötigte.
Mehr oder weniger aus dem Nichts landete der Ball nach einem Standard dann am Querbalken des Bayern-Gehäuses (59.), kurz darauf versuchte es Banega (60.) noch mal mit einem Distanzschuss – knapp am linken Pfosten vorbei.
Daraufhin war der Bundesligist wieder an der Reihe. Müllers Schuss aus 16 Metern (63.) wurde geblockt, Robbens Versuch aus spitzem Winkel (72.) traf das Außennetz.
Langsam aber sicher lief Sevilla die Zeit davon. In der Schlussphase wurde es hektischer, unter anderem kam es in der Nachspielzeit zur Rudelbildung nach einer Tätlichkeit an Martinez. Correa sah die Rote Karte.
Zwingende Chancen wurden indes nicht generiert, so änderte sich auch am Ergebnis nichts mehr.
FCB-Coach Heynckes konnte damit zum ersten Mal in dieser Saison ein Champions-League-Spiel nicht gewinnen, das torlose Remis in der Allianz Arena bedeutete unterm Strich nichtsdestotrotz den Einzug ins Halbfinale des diesjährigen Wettbewerbs.
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