1. FC Köln

Top-Elf-Prog­no­se: 1. FC Köln im Check

03.07.2026 - 12:05 Uhr Gemeldet von: Kristian Dordevic | Autor: Kristian Dordevic

In diesem Top-Elf-Check richten wir den Fokus auf den 1. FC Köln. Für René Wagner ist es die erste komplette Saisonvorbereitung als Cheftrainer der Geißböcke, nachdem er Ende März zunächst interimsweise übernommen und anschließend dauerhaft befördert wurde. Nun bietet sich erstmals die Gelegenheit, seine Spielidee über mehrere Wochen hinweg zu verankern und der Mannschaft seinen Stempel aufzudrücken.

Aktuell rechnen wir damit, dass Wagner zunächst auf eine Viererkette setzt. Die von ihm bevorzugte, intensive und laufstarke Spielweise lässt sich in diesem System nach unserer Einschätzung am besten umsetzen. Gleichzeitig bietet der Kader genügend Qualität, um situativ auch auf eine Dreierkette umzustellen. Gerade mit Rav van den Berg, Luka Lochoshvili, Jahmai Simpson-Pusey und Joël Schmied stünde das passende Personal für eine solche Variante bereit. Unsere Prognose basiert derzeit jedoch auf einem 4-2-3-1.

Torwart: Der Kapitän bleibt die Nummer eins

Top-Elf: Marvin Schwäbe (31)
Trotz latenter Spekulationen um seine Zukunft bleibt Schwäbe die klare Nummer eins des FC. Sein Vertrag läuft zwar nur noch ein Jahr, wodurch Verkaufsgedanken grundsätzlich nachvollziehbar erscheinen. Sportlich überwiegt sein Wert für die Mannschaft allerdings deutlich. Der Schlussmann ist nicht nur ein verlässlicher Rückhalt, sondern seit dem vergangenen Sommer auch Mannschaftskapitän und einer der wichtigsten Führungsspieler innerhalb des Kaders.

Abwehr: Konkurrenzkämpfe auf mehreren Positionen

Rechter Außenverteidiger: Sebastian Sebulonsen (26) | Alternative: Alessio Castro-Montes (29)
Sebulonsen geht nach aktuellem Stand als erste Wahl auf der rechten Abwehrseite in die Saison. Der Norweger überzeugte bereits in der vergangenen Spielzeit mit seiner defensiven Stabilität und bringt genau das Profil mit, das auf der Rechtsverteidigerposition einer Viererkette gefragt ist.

Mit Alessio Castro-Montes verfügt Köln allerdings über einen Spieler, dessen Qualitäten in einer anderen Grundordnung noch besser zur Geltung kommen würden. Der Belgier fühlt sich insbesondere als Schienenspieler in einer Dreierkette wohl, wo er seine Offensivqualitäten deutlich häufiger einbringen kann. Sollte Wagner im Saisonverlauf häufiger auf dieses System setzen, hätte Castro-Montes beste Chancen auf einen Stammplatz. Für unsere aktuelle Viererketten-Prognose sehen wir jedoch Sebulonsen leicht vorne.

Rechter Innenverteidiger: Jahmai Simpson-Pusey (20)

Der Engländer wurde nach seiner Leihe fest verpflichtet und soll auch künftig eine tragende Rolle in der Kölner Defensive übernehmen. Trotz einiger Rückschläge in der vergangenen Saison – darunter eine Verletzung sowie eine Sperre – behauptete Simpson-Pusey dauerhaft seinen Platz in der Mannschaft.

Die Verantwortlichen trauen ihm den nächsten Entwicklungsschritt zu. Mit seiner Ruhe am Ball, seiner Athletik und seinem Entwicklungspotenzial dürfte er auch in der Bundesliga ein wichtiger Bestandteil der Viererkette bleiben.

Linker Innenverteidiger: Luka Lochoshvili (28) | Alternativen: Rav van den Berg (21), Joël Schmied (27)

Update: Für Cenk Özkacar, dessen Kaufoption der FC nach der vergangenen Saison nicht zog, verpflichteten die Kölner Luka Lochoshvili vom 1. FC Nürnberg. Der Georgier bringt als Linksfuß genau das Profil mit, das im bisherigen Kader gefehlt hatte, und passt damit hervorragend neben Simpson-Pusey.

Besonders spannend bleibt allerdings das Duell mit Rav van den Berg. Der Niederländer konnte die hohen Erwartungen nach seinem Wechsel bislang noch nicht vollständig erfüllen, besitzt aufgrund seines Potenzials und der hohen Ablösesumme aber weiterhin einen hohen Stellenwert im Verein. Nach aktuellem Stand sehen wir Lochoshvili leicht vorne. Gleichzeitig könnte gerade eine mögliche Dreierkette dafür sorgen, dass beide gemeinsam neben Simpson-Pusey auflaufen. Auch Joël Schmied bleibt nach seiner Rückkehr eine interessante Alternative für die Innenverteidigung.

Linker Außenverteidiger: Neuzugang

Auf der linken Abwehrseite besteht aus unserer Sicht weiterhin der größte Handlungsbedarf. Kristoffer Lund kehrte nach seiner Leihe zu seinem Stammverein zurück und konnte sich während seiner Zeit in Köln nicht nachhaltig empfehlen.

Da Castro-Montes seine größten Stärken auf der rechten Schiene einer Dreierkette besitzt und links nur bedingt zur Geltung kommt, rechnen wir weiterhin fest mit einem externen Neuzugang. Die Gerüchte um Hoffenheims Hennes Behrens unterstreichen, dass der FC auf dieser Position aktiv nach Verstärkung sucht.

Mittelfeld: Die neue Zentrale nach dem Martel-Abgang

Defensives Mittelfeld: Ísak Jóhannesson (23)
Mit dem Abgang von Eric Martel hat Köln einen wichtigen Baustein im Zentrum verloren. Dennoch sehen wir einen Platz auf der Doppelsechs weiterhin bei Ísak Jóhannesson. Der Isländer bringt deutlich mehr offensive Elemente mit als sein Vorgänger und dürfte unter René Wagner eine wichtige Rolle im Ballbesitzspiel einnehmen.

Ein weiterer Neuzugang für das defensive Mittelfeld erscheint dennoch wahrscheinlich. Ob dieser allerdings direkt an Jóhannesson vorbeizieht, bleibt abzuwarten.

Defensives Mittelfeld: Tom Krauß (25)

Krauß wurde nach seiner Leihe fest verpflichtet und bringt von allen vorhandenen Mittelfeldspielern noch am ehesten das Profil mit, das Eric Martel zuletzt ausfüllte. Seine Aggressivität gegen den Ball, seine Mentalität und seine Laufstärke machen ihn zu einem wichtigen Bestandteil der neuen Kölner Zentrale. Gemeinsam mit Jóhannesson dürfte er zunächst die Doppelsechs bilden.

Offensives Mittelfeld: Neuzugang | Alternative: Jakub Kamiński (24)

Die größte Unsicherheit im offensiven Zentrum betrifft weiterhin Jakub Kamiński. Rein sportlich wäre der Pole für uns die klare Stammkraft auf der Zehn. Gleichzeitig gibt es aber weiterhin erhebliche Zweifel an einem Verbleib. Kamiński hat seinen Wechselwunsch zuletzt öffentlich angedeutet und liebäugelt mit einem Schritt in die Premier League.

Aus diesem Grund rechnen wir aktuell eher damit, dass Köln einen neuen Stammspieler für diese Position verpflichtet. Sollte Kamiński den Verein wider Erwarten doch nicht verlassen, dürfte sich die Ausgangslage allerdings noch einmal grundlegend verändern.

Angriff: Noch mehrere offene Baustellen

Rechter Flügel: Neuzugang | Alternative: Jan Thielmann (24)
Auf der rechten Außenbahn sehen wir weiterhin den größten Handlungsbedarf innerhalb der Offensive. Jan Thielmann wartet trotz seines unbestrittenen Potenzials noch immer auf den endgültigen Durchbruch. Drei Tore und zwei Vorlagen in der vergangenen Bundesliga-Saison unterstreichen, dass der Ertrag bislang hinter den Erwartungen zurückblieb.

Nach aktuellem Stand rechnen wir deshalb mit einem externen Neuzugang für diese Position. Thielmann bleibt aufgrund seiner Vielseitigkeit und seiner Identifikation mit dem Verein eine wichtige Alternative, dürfte sich seinen Stammplatz allerdings zunächst neu erarbeiten müssen.

Linker Flügel: Neuzugang | Alternative: Said El Mala (19)

Auch auf der linken Außenbahn besteht weiterhin Unsicherheit. Said El Mala ist zweifellos das größte Offensivtalent des Vereins, seine Zukunft bleibt allerdings offen. Bereits zuletzt stand ein Wechsel kurz bevor, weitere Interessenten dürften sich im Laufe des Sommers erneut mit dem 19-Jährigen beschäftigen.

Sollte El Mala den Verein verlassen, wäre ein externer Neuzugang ohnehin unumgänglich. Doch selbst bei einem Verbleib erscheint es gut möglich, dass Wagner den Youngster behutsam aufbauen möchte. Deshalb rechnen wir aktuell mit einer externen Verstärkung für die linke Offensivseite.

Stürmer: Ragnar Ache (27)

Im Sturmzentrum herrscht dagegen Klarheit. Ragnar Ache etablierte sich nach seinem Wechsel schnell als wichtigste Anspielstation der Kölner Offensive und überzeugte nicht nur mit seinen Toren, sondern auch durch seine intensive Arbeit gegen den Ball.

Gerade Wagners laufintensive Spielweise dürfte dem Mittelstürmer entgegenkommen. Mit seiner Physis, seiner Tiefengefahr und seinem hohen Arbeitspensum sehen wir Ache weiterhin als unumstrittenen Stammspieler im Angriffszentrum.

Fazit

Mit René Wagner beginnt beim 1. FC Köln ein neues Kapitel. Erstmals erhält der Cheftrainer die Möglichkeit, seine Vorstellungen während einer kompletten Sommervorbereitung einzustudieren. Aktuell rechnen wir damit, dass die Geißböcke zunächst in einem 4-2-3-1 in die Saison starten. Die intensive Spielweise des Trainers scheint sich in dieser Grundordnung am besten umsetzen zu lassen.

Dennoch bleibt die Dreierkette eine realistische Alternative. Mit Lochoshvili, Simpson-Pusey und van den Berg verfügt Köln über drei Innenverteidiger, die gemeinsam auflaufen könnten. In diesem Szenario würde insbesondere Castro-Montes als rechter Schienenspieler deutlich an Bedeutung gewinnen.

Die größten Baustellen sehen wir weiterhin auf der linken Abwehrseite sowie auf beiden offensiven Außenbahnen. Hinzu kommt die offene Zukunft von Jakub Kamiński und Said El Mala, deren Personalien den weiteren Transferverlauf maßgeblich beeinflussen dürften.

Das Grundgerüst der Mannschaft wirkt dennoch stabil. Mit Schwäbe, Simpson-Pusey, Lochoshvili, Jóhannesson, Krauß und Ache verfügt Köln über eine starke zentrale Achse, auf der René Wagner aufbauen kann. Entscheidend wird nun sein, wie die Verantwortlichen die offenen Positionen in den kommenden Wochen besetzen und wie schnell sich die Neuzugänge in das neue System integrieren.

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Quelle: LigaInsider